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Meldungen vom Medizinischen Dienst Rheinland-Pfalz

Pressemitteilung |

Pflege findet immer häufiger zu Hause statt

Immer mehr Menschen beantragen Leistungen aus der Pflegeversicherung - nahezu doppelt so viele wie noch zehn Jahre zuvor. Vor allem Menschen im Alter 75 bis 90 Jahren werden pflegebedürftig, häufig infolge von Demenz oder anderer altersbedingter Erkrankungen. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der pflegebedürftigen Kinder und Jugendlichen deutlich. Diese Entwicklungen zeigt der Report „Pflegebedürftigkeit 2026“ des Medizinischen Dienstes Rheinland-Pfalz, der heute veröffentlicht wurde.

Titelseite des Reportes Pflegebeduerftigkeit 2026

Die Auswertung macht deutlich: Pflege findet in Rheinland-Pfalz überwiegend zu Hause statt. Meist übernehmen An- und Zugehörige die Versorgung, oft ohne professionelle Hilfe. Dieser Trend setzt sich weiter fort.

„Angehörige leisten den größten Teil der Pflegearbeit. Umso wichtiger ist es, Betroffene frühzeitig zu beraten und sie mit geeigneten Hilfs- und Heilmitteln sowie Präventionsmaßnahmen dabei zu unterstützen, ihre Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten“, sagt Prof. Dr. Jürgen Koehler, Vorstandsvorsitzender des Medizinischen Dienstes Rheinland-Pfalz.

Die Gutachterinnen und Gutachter des Medizinischen Dienstes RLP stellen daher nicht nur den Pflegegrad fest. Sie sprechen auch individuelle Empfehlungen aus, um die Versorgung zu Hause zu verbessern, die Selbstständigkeit und Fähigkeiten der Versicherten zu erhalten und einer Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit entgegenzuwirken. So erhielten im vergangenen Jahr 71,0 Prozent der pflegebedürftigen Menschen bei ihrer Erstbegutachtung eine Heilmittelempfehlung wie zum Beispiel Physiotherapie, Ergotherapie oder Geh-, Dusch- und Badehilfen.

Mehr pflegebedürftige Kinder und Jugendliche

Der Report zeigt außerdem, dass Pflegebedürftigkeit längst nicht mehr nur ältere Menschen betrifft. Die Zahl der Begutachtungen bei Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahre hat sich in Rheinland-Pfalz innerhalb von zehn Jahren mehr als vervierfacht: von rund 2.500 im Jahr 2015 auf etwa 10.100 im Jahr 2025. Diese Entwicklung ist unter anderem auf die Pflegereform von 2017 zurückzuführen, durch die auch kognitive, psychische oder psychiatrische Beeinträchtigungen, wie zum Beispiel die Auswirkungen von depressiven Störungen, umfassend berücksichtigt werden.

Kinder und Jugendliche werden nahezu ausnahmslos zu Hause versorgt. Zu den häufigsten Diagnosen, die 2025 zu einer Pflegebedürftigkeit führten, gehörten hyperkinetische Störungen (wie beispielsweise Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung AD(H)S), tiefgreifende und kombiniert umschriebene Entwicklungsstörungen sowie Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache.

Den vollständigen barrierefreien Report „Pflegebedürftigkeit 2026“ finden Sie hier. 

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